Fett essen, um Fett zu verbrennen

Die richtige Menge Fett essen hilft beim gesunden Abnehmen

Foto Credit: volff / 123RF Photo Stock
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Lange Zeit dachten wir, dass gerade das Fett in unserer Nahrung uns dick macht. Klingt logisch, nicht?

Aber neuere Erkenntnisse zeigen dass Fett gerade ein Schlüsselnährstoff zur Erhaltung des gesunden Gewichts ist. Moment mal – Fett soll uns helfen können, unser Gewicht zu halten? Fett soll uns nicht dick machen? Mit einem Wort: genau.

 

Fett ist nichts, was wir meiden müssten (solange wir es nicht übertreiben). Zunächst einmal ist es für das normale Wachstum und die Entwicklung lebensnotwendig. Nahrungsfette liefern Energie, schützen unsere Organe, halten die Zellmembranen dicht und unterstützen den Körper bei der Aufnahme und Verarbeitung von Nährstoffen. Es kommt noch besser: viele Ernährungsberater sagen, dass Fett dem Körper hilft, Fett zu verbrennen. Sie empfehlen, dass etwa ein Drittel der Kalorien bei jeder Diät zur Gewichtsreduzierung vom Nahrungsfett kommen sollten.

 

Doch ehe du nun zu frittierten Pommes greifst, solltest du bedenken: Nicht alle fetthaltigen Speisen sind gleich. Die Speisen, die du auswählst, können den Unterschied machen zwischen einem schlanken Körper und einem fettleibigen und ungesunden Körper. Eine Ernährung, die aus typischen fetten Gerichten wie Pizza, Pommes und Hamburgern besteht, kann zwar dazu führen, dass man zunimmt und dass sich die Gesundheit verschlechtert, doch das liegt nicht nur an den gesättigten Fetten die diese Gerichte enthalten, sondern an dem gesamten Nährwert dieser Speisen.

 

Die Forschung hat vor 50 Jahren festgestellt, dass gesättigte Fettsäuren, eine Fettart, die mit Wasserstoff „gesättigt“ und in der Regel bei Zimmertemperatur fest ist, den Spiegel von LDL- (schlechtem) Cholesterin ansteigen lassen. Doch eine neue Überprüfung dieser Ergebnisse hat gezeigt, dass sie ebenso, wenn nicht noch stärker, den HDL- (guten) Cholesterinspiegel ansteigen lassen und so den Körper vor ungesunden Cholesterinwerten und Herzerkrankungen schützen, so Tara Gidus, die Ernährungsexpertin und nationale Sprecherin der American Dietetic Association.

Anstatt irgendeinen bestimmten Bestandteil der Ernährung zum Bösewicht zu machen, müssen wir uns den Gesamtkaloriengehalt ebenso anschauen wie die Qualität der Nahrungsmittel.

 

Ein Großteil des Fettes, das man aufnimmt, sollte aus ungesättigten Quellen stammen, sowohl einfach ungesättigten  und mehrfach ungesättigten, insbesondere dann, wenn man abnehmen will. Und weshalb?

 

Diese „gesunden“ Lebensmittel (wie Fisch, Samen, Nüsse, Blattgemüse, Olivenöl und natürlich Avocados) enthalten Unmengen an Nährstoffen. Ungesättigtes Fett entfernt nicht nur LDL-Cholesterin aus den Arterien und fördert die Herzgesundheit, sondern es kann einem auch in großem Umfang beim Fettabbau helfen, ohne dass die Kalorienzahl eingeschränkt wird. Eine Studie von 2009 im British Journal of Nutrition stellte fest, dass die Teilnehmer, die am meisten ungesättigte Fettsäuren verzehrten, einen niedrigeren Body-Mass-Index und weniger Bauchfett aufwiesen als diejenigen, die am wenigsten verzehrten. Woran liegt das? Die Leute mit den ungesättigten Fettsäuren haben qualitativ hochwertigere Lebensmittel verzehrt.

 

Vor nicht allzu langer Zeit brach die fettarme/fettfreie Woge über die Ernährungsgemeinde herein. Die Hersteller erzeugten fettarmes und fettfreies Dieses und Jenes, und die Verbraucher reagierten, indem sie es schluckten. Es ist doch schließlich gesund, oder? Falsch.

 

Fettarme und fettfreie Diäten haben unserem Körper nicht nur einen dringend benötigten Nährstoff geraubt, sondern auch die Fettleibigkeitsrate gesteigert. Warum? Es stellte sich heraus, dass Fett in denjenigen Speisen, die wir lieben, einen entscheidenden Anteil beisteuert: den Geschmack. Als die Lebensmittelhersteller das Fett aus ihren Nahrungsmitteln entfernt haben, mussten sie sie mit viel Zucker und Salz, die keine Nährstoffe enthalten, anreichern, um den Geschmack zu verbessern.

 

Und das ist erst der Anfang. Hier sind weitere entscheidende Aspekte, wie Fett einem beim Abnehmen helfen kann:

 

Fett verbrennt Fett

Der Körper benötigt zur Energiegewinnung drei Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Ein Gramm Fett enthält mehr als dreimal soviel Energie wie ein Gramm der beiden anderen Nährstoffe. Der Körper braucht Energie, damit sein Stoffwechsel richtig funktioniert, und in einer Studie im American Journal of Clinical Nutrition von 2007 stellte man fest, dass der Verzehr von Fettsäuren die Stoffwechselgesundheit steigern kann.

 

Zudem kann, nach Aussage von Forschern der Medizinischen Fakultät an der Washington University, „altes“ Fett, das im peripheren Gewebe des Körpers angelagert ist – um den Bauch, die Hüften und das Gesäß herum (auch subkutanes Fett genannt) – nicht effektiv verbrannt werden, wenn nicht „neues“ Fett dabei hilft. Speisefett trägt dazu bei, dass vorhandenes Fettgewebe abgebaut wird, indem es PPAR-alpha und Bahnen der Fettverbrennung in der Leber anregt.

 

Fett macht glücklich

Alle sagen, dass eine Diät, um es nicht allzu höflich auszudrücken, „zum Himmel stinkt“. Leckere Speisen machen einen glücklich, und es stellt sich heraus, dass fettarme Varianten diese Bedingung aus einem bestimmten, überraschenden Grund nicht erfüllen: Wir können das Fett schmecken – und nicht nur das Salz, den Zucker und andere gute Sachen in unserem Essen.

 

Aktuelle Forschungsergebnisse der Purdue University zeigen, dass unsere Geschmacksknospen Fett in der Nahrung aufspüren können, was erklärt, weshalb fettarme Lebensmittel unseren Appetit auf Fett nicht stillen. Den Forschungen zufolge könnte Fett eine vollkommen andere Grundgeschmacksrichtung sein, als wir bislang als die vier Hauptrichtungen angesehen haben: süß, salzig, sauer und bitter. Was noch fröhlicher macht, ist die Tatsache, dass Omega-3-Fettsäuren den Serotoninspiegel im Gehirn anheben und dadurch die Stimmung verbessern, die Motivation heben und einen davon abhalten, eine Riesenpizza zu verschlingen, als würde man dafür bezahlt.

 

Fett hält einen gesättigt

Der Nährstoff Fett ist nicht am leichtesten zu verdauen, und so verbleibt es länger als viele andere Nährstoffe im Verdauungssystem. Nach Aussage der Mayo Clinic können einfach ungesättigte Fettsäuren möglicherweise auch dazu beitragen, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Das bedeutet, dass man sich länger gesättigt fühlt und nicht den magenknurrenden Drang hat, nach dem Essen noch den Kühlschrank zu plündern.

 

Nach einer Studie der Universitä Navarra in Spanien von 2008 erzeugen Diäten mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (einer Art von ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nur durch die Nahrung aufnehmen kann) tatsächlich ein größeres Sättigungsgefühl, sowohl unmittelbar nach dem Essen als auch noch zwei Stunden danach, als Mahlzeiten mit einem niedrigen Gehalt dieser Fettsäuren. Das Ergebnis? Eine größere Gewichtsabnahme.

 

Fett verbessert unsere Speisen

Viele Nährstoffe, darunter die Vitamine A, D, E und K, sind fettlöslich, d.h. der Körper kann sie nicht ohne Fett aufnehmen. Wenn der Körper Nährstoffe nicht richtig aufnimmt, kann das zu Vitaminmangelerscheinungen führen und trockene Haut, Blindheit, brüchige Knochen, Muskelschmerzen und abnormale Blutgerinnung verursachen.

 

Diese Vitamine sind auch der Schlüssel zu genügend Energie, Konzentrationsfähigkeit und Muskelgesundheit, was insgesamt zu einem gesunden Körpergewicht beiträgt. Vitamin E beispielsweise ist ein kraftvolles Antioxidans und trägt zur Aufrechterhaltung des Stoffwechsels bei, während der körpereigene Vitamin D-Spiegel zeigt, wie gut Fett abgebaut werden kann, insbesondere im Bauchraum, so eine klinische Versuchsreihe an der Medizinischen Fakultät der University of Minnesota. So können Sie zwar Ihren Salat mit nährstoffreichem Spinat, Tomaten und Karotten anhäufen, müssen in Wahrheit aber dem Olivenöl dafür danken, dass es Ihnen die Vitamine aus dem Salat überhaupt zugänglich macht.

 

Fett baut Muskelmasse auf

Der Verzehr von guten Fetten in Kombination mit einem wirksamen Übungsprogramm kann die Muskelmasse erhöhen – und eine erhöhte Muskelmasse ist entscheidend, um den Stoffwechsel zu steigern und Kalorien sowohl im Sportstudio als auch außerhalb zu verbrennen. In einer in Clinical Science 2011 veröffentlichten Studie haben Forscher die Auswirkungen einer achtwöchigen ergänzenden Gabe von mehrfach ungesättigten Fettsäuren bei Erwachsenen von 25 bis 45 Jahren untersucht und festgestellt, dass das Fett die Eiweißkonzentration und die Größe von Muskelzellen im Körper erhöht. Frühere Studen haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren die Eiweißsynthese der Muskeln bei älteren Erwachsenen anregen und einen altersbedingten Schwund von Muskelmasse ausgleichen können.

 

Fazit

Wenn du gesund abnehmen willst, dann stell sicher dass deine Ernährung ausreichend Fett enthält, insbesondere Omega-3-Fettsäuren und andere ungesättigte Fette. Ja, Fett ist sehr kalorienreich und insfern solltest du darauf achten dass du deinen täglichen Kalorien-Zielwert nicht überschreitest, aber das heißt auf keinen Fall dass du kein Fett verzehren solltest.

Und was meinst du dazu?

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3 Responses to Fett essen, um Fett zu verbrennen

  1. Endlich mal ein guter Artikel über die wichtige Rolle von guten Fetten in der Ernährung. Weiter so! Leider unterliegen immer noch viele dem Irrglauben, dass man bei einer gesunden Ernährung auf pflanzliche Fette verzichten müsste.

  2. Wirklich interessanter Artikel. Aber das Fett nicht gleich Fett macht, das werden viele Menschen nicht verstehen. insbesondere die Unbelehrbaren… für die heißt es dann selbst in 10 Jahren später noch: Fett macht Fett!

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